Ambulante Krankenpflege

Dismer

 

 Verschiedene i.m. Injektion nach Arthur von Hochsetter

 

ZIELE


GRUNDSÄTZLICHES


INJEKTIONSORT / KANÜLENLÄNGE


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Ziele:

  • das Einbringen eines gelösten Medikamentes in das Muskelgewebe, mittels Einmalspritze und Einmalkanüle 

  • parenterale Verabreichung eines Medikamentes, das i.v. oder s.c. nicht injiziert werden darf 

  • hygienisch und technisch einwandfreie Verabreichung 

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Grundsätzliches:

  • Injektionen stellen einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit dar 

  • Patient muss gründlich über Medikament, Dosierung und Injektionsart informiert werden und zu jeder Injektion sein Einverständnis geben 

  • Injektionen bedürfen immer einer ärztlichen Anordnung 

  • die ärztliche Anordnung muss schriftlich erfolgen, mit Angabe von:


  • - Injektionsart
    - Medikament und Dosierung
    - Zeitpunkt der Injektion
  • bei telephonischer Anordnung:


  • - Dokumentation innerhalb der ärztlichen Anordnung:
    - Name des anordnenden Arztes und Uhrzeit
    - Injektionsart, Dosierung, Zeitpunkt der Injektion
    - am Telefon Anordnung wiederholen und bestätigen lassen
    - Anordnung muss vom Arzt zum nächstmöglichen Zeitpunkt abgezeichnet werden
    - Verantwortung für die Abzeichnung liegt beim Stationsarzt
  • Kontrolle des Medikamentes auf


  • - Verfalldatum
    - Trübung, Flockung
    - richtiger Aufbewahrungsort
    - Unversehrtheit der Ampulle
  • ausreichende Desinfektion der Injektionsstelle, abreiben mit einem sterilisiertem Tupfer

  • Medikament unter aseptischen Kautelen erst unmittelbar vor Verwendung aufziehen 

  • die i.m.-Injektion in den Oberschenkel ist für ölige oder korticoidhaltige Lösungen sowie Antibiotika und Antirheumatika nicht geeignet 

  • i.m.-Injektionen sind ausschließlich als ventrogluteale Injektion nach von Hochstätter (bei Erwachsenen), bzw. als Injektion nach der "Crista - Methode nach von Sachtleben" (bei Kindern oder kachektischen Erwachsenen) durchzuführen 

  • die Injektion erfolgt in der Regel senkrecht (90O) zur Körperachse 

  • bei Säuglingen wird der Oberschenkel ausdrücklich für i.m.-Injektionen empfohlen, da die Gesäßmuskulatur erst im Alter von 2 Jahren ausreichend entwickelt ist 

  • bei der i.m.-Injektion sind grundsätzlich nicht mehr als 5ml Lösung zu injizieren 

  • bei der Injektion in den Oberarmmuskel sollten maximal 2ml Lösung injiziert werden, dabei darf es sich nicht um schwer resorbierbare oder aggressive Medikamente handeln - Beachtung der Injektinsvorschriften des Herstellers 

  • die Durchführungsverantwortung liegt bei der examinierten Krankenschwester / dem Krankenpfleger


  • - die Durchführung einer i.m.-Injektion durch eine(n) SchülerInn bedarf in jedem Fall der Beaufsichtigung durch eine examinierte Pflegeperson

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Beschreibung der einzelnen Injektionstechniken :

  • 1. Injektion in den Musculus Gluteos Medius

  • 2. Injektion in den Musculus Deltoidius

  • 3. Injektion in den Musculus quadriceps femoris


DURCHFÜHRUNG

1. Injektion in den  Musculus Gluteos Medius

 

 

2. Injektion in den Musculus Deltoidius

 

Oberarm

Am Oberarm erfolgt die Injektion in den Musculus deltoideus. Die Injektionsmenge ist auf Grund der geringen Muskelmasse auf 2 ml begrenzt. Auf schwer resorbierbare und aggressive Medikamente sollte hier verzichtet werden. Für Impfungen ist dieser Muskel die erste Wahl. Als knöcherner Orientierungspunkt dient das Acromion (Schulterhöhe).

Der Patient sitzt oder steht, eine Injektion in Seitenlage ist jedoch ebenso möglich. Die Injektion erfolgt in die Hauptmasse des M. deltoideus, drei Querfinger unterhalb des Acromions senkrecht zur Hautoberfläche

 

3. Injektion in den Musculus quadriceps femoris

Oberschenkel

Die Injektion in den Oberschenkel erfolgt in den Musculus quadriceps femoris b.z.w. Musculus vastus lateralis. Die Injektionsmenge ist auf 5 ml begrenzt. Nicht injiziert werden sollten ölige oder kortikoidhaltige Lösungen sowie Antibiotika und Antirheumatika. Bei Patienten unter 2 Jahren ist dieser Muskel der für im Injektionen benutzt wird.

Knöcherne Orientierungspunkte sind der Trochanter major (großer Rollhügel des Oberschenkelknochens) und die Kniescheibe.

Der Patient liegt auf dem Rücken, eine Injektion in Seitenlage ist jedoch ebenso möglich. Die Kleinfingergrundgelenke liegen auf der Kniescheibe und dem Trochanter major. Die rechtwinklig abgespreizten Daumen können nun leicht die untere (dorsale) Begrenzung des M. vastus lateralis ertasten. Die Injektion erfolgt in ein Feld oberhalb der beiden Daumenspitzen senkrecht in Richtung Oberschenkelknochen.

Alternativ bzw. bei Kindern auf Grund der veränderten Körperproportionen obligat liegt die Injektionsstelle im mittleren Drittel der (schräg verlaufenden) Verbindungslinie zwischen Trochanter major und Kniescheibe

Kanülenlänge

Der Kanülenlänge kommt bei der Intramuskulären Injektion eine besondere Bedeutung zu. Eine zu lange Kanüle kann auf Knochengewebe stoßen, eine zu kurze Kanüle statt im Muskel im subkutanen Fettgewebe landen, insbesondere bei adipösen Patienten, aber auch bereits bei Normalgewichtigen. Eine fälschlicherweise ins Fettgewebe erfolgte Injektion führt nicht nur zu einer veränderten Resorptionsdauer, sondern kann auch schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen (siehe unten).

 

Patient

Musculus gluteus medius

Musculus vastus lateralis

Musculus deltoideus

Erwachsener (Übergewicht)

70 x 0.9 mm *

50 x 0.8 mm

40 x 0.8 mm

Erwachsener (Normalgewicht)

50 x 0.8 mm

40 x 0.8 mm

30 x 0.6 mm

Erwachsener (Untergewicht)

40 x 0.8 mm

30 x 0.6 mm

20-25 x 0.4 mm

Anmerkungen

  1. *Hier wäre eine Kanülenlänge von 60 mm angezeigt. Da es eine solche auf dem deutschen Markt nicht gibt, empfiehlt sich die 70 mm-Kanüle unter Einhaltung eines Sicherheitsabstandes von 10 mm. Ausnahme: sehr adipöse Patienten.

Die Fachliteratur empfiehlt meist, die Kanüle nicht ganz einzustechen, sondern einen Abstand zwischen Konus und Haut von 10 mm zu halten. Als Begründung wird angeführt, man könne so, im Falle eines Abbrechens der Kanüle, diese noch problemlos herausziehen. Das Abbrechen einer Kanüle ist bei fachgerechter Durchführung der Injektion jedoch eine derart seltene Komplikation, dass guten Gewissens und zugunsten einer ausreichend tiefen Injektion darauf verzichtet werden kann. Die oben angegebenen Kanülenlängen berücksichtigen daher keinen Sicherheitsabstand (Ausnahme: ventrogluteale Injektion bei Übergewichtigen).

Kurzbeschreibung der einzelnen Injektionstechniken

Injektionsort
empfohlene Kanülenlänge
ventraler Teil des Gesäßmuskels  bei übergewichtigen Erwachsenen 60 - 70 mm Kanülenlänge
ventraler Teil des Gesäßmuskels  Kleinkinder : 30 - 32 mm Kanülenlänge (Nr. 12 - 14)

Schulkinder : 38 - 40 mm Kanülenlänge (Nr. 1 - 2)

Erwachsene s. Angaben nach von Hochstätter

in die Oberschenkelmuskulatur - in der Mitte der Verbindungslinie zwischen Trochanter und Patella  Erwachsene : 38 - 40 mm Kanülenlänge (Nr. 1 - 2)

Kinder : 30 - 32 mm Kanülenlänge (Nr. 12 - 14)

in die Oberarmmuskulatur - höchste Erhebung des Musc. deltoideus, 3 Querfinger unterhalb des Acromions Erwachsene : 30 - 32 mm Kanülenlänge (Nr. 12 - 14)

Übergewichtige : 38-40mm Kanülenlänge (Nr. 1 - 2)

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